Wandern durch die schönsten polnischen Wälder

Polen hat eine grüne Seele. Beinahe ein Drittel des Landes ist mit Wald bedeckt. Wälder gelten nicht nur als Sehnsuchtsorte, die Ruhe und inneren Frieden schenken. Sie sind auch wilde, ursprüngliche Naturräume mit einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Nicht umsonst gibt es in Polen 23 Nationalparks und rund 120 Landschaftsparks, in denen die Schönheit und Urwüchsigkeit der Wälder bewahrt bleibt. Die grünen Lungen, in denen kein Baum dem anderen gleicht, bilden herrliche Wanderreviere, in denen man durchatmen, dem Zwitschern der Vögel lauschen und aktiv die Natur erkunden kann. In Polen finden Sie zahlreiche entdeckenswerte Wälder zum Erwandern. Zehn der schönsten folgen hier.


Krzywy Las: im Wald mit dem Knick

Im Nordwesten von Polen liegt mit dem Krzywy Las einer der außergewöhnlichsten Wälder der Welt. Was ihn so besonders macht, sind seine rund 100 Kiefern mit bizarr gekrümmten Stämmen, die wie umgedrehte Fragezeichen zunächst bogenförmig aus dem Boden wachsen und sich dann senkrecht gen Himmel recken. Es ist ein magischer Anblick. Längst gelten die Bäume als Naturdenkmal und sind für Liebhaber mysteriöser Wälder ein lohnendes Wanderziel. Um es zu erreichen, nutzen Sie den rot markierten Wanderweg von Gryfino nach Mieszkowice, der direkt durch das Gebiet der rätselhaften Kiefern führt.

 

Krzywy Las PolenKrzywy Las: einer der mysteriöser Wälder der Welt

Nationalpark Wolin: zwischen Buchen und Orchideen

Bei einem Urlaub an der polnischen Ostseeküste erwarten Sie nicht nur weiße, endlos scheinende Strände zum Sonnenbaden. Zwischen Swinemünde auf Usedom und der alten Hansestadt Danzig bietet sich vielerorts auch die Gelegenheit, mal durch lichte, mal durch urwaldgleiche Küstenwälder zu wandern. Dabei ist es zumeist der zarte Duft von Kiefern, der auf den knorrigen, teils sandigen Pfaden die Luft erfüllt. Auf der hügeligen Insel Wolin mit dem gleichnamigen Nationalpark entdecken Sie aber auch reiche Vorkommen von Eichenwäldern. Eine Besonderheit der Insel sind überdies Buchenwälder, in deren Unterwuchs verschiedene Orchideenarten blühen.

Puszcza Romincka: in der polnischen Taiga

Die Wälder in Masuren sind so tief, dass man stundenlange Wanderungen unternehmen kann, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Wer auf adeligen Spuren wandeln möchte, unternimmt in der Region im Norden von Polen einen Ausflug zur Rominter Heide, auch als Puszcza Romincka bekannt. Über Jahrhunderte war das Waldgebiet unweit von Gołdap ein erlauchtes Jagdrevier für preußische Könige. Auch der deutsche Kaiser Wilhelm II. ging in der weiten, einsamen Wildnis auf die Pirsch. Gejagt wird in der Rominter Heide nicht mehr. Dafür lassen sich Elche, Biber und sogar Wölfe in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.


Rominter HeideRominter Heide in Nordpolen

Puszcza Piska: nahe den masurischen Seen

Johannisburger Heide wird das naturbelassene Waldgebiet Puszcza Piska mit seinen Mooren, Flüsschen und mystischen Sumpfseen auch genannt. Es ist mit rund 1.000 Quadratkilometern der größte zusammenhängende Wald in Masuren. Fichten und Kiefern wachsen hier zuhauf, aber auch Laubbäume wie Rotbuchen und Grauerlen sowie gut ein Dutzend Orchideenarten entdecken Sie bei Ihren Wanderungen. Rothirsche und Wildschweine sind in der Heide heimisch. Sogar scheue Schwarzstörche sind anzutreffen. Die Johannisburger Heide gilt zudem als Schlaraffenland für Pilz- und Beerensammler. Entlang des Weges stoßen Sie vielerorts auf Rosettenstauden voller Walderdbeeren.

Puszcza Białowieża: im letzten Flachlandurwald Europas

Der Białowieża-Wald ganz im Osten von Polen ist ein jahrtausendealtes, unberührtes Stück Natur. An der Grenze zu Weißrussland gelegen, gilt er als der letzte verbliebene Flachlandurwald in Europa. Im Jahr 1932 wurde ein Teil des Waldes zum Nationalpark erhoben. Seit 1979 gehört die urwüchsige Landschaft sogar zum UNESCO-Weltnaturerbe. Das rund 1.200 Quadratkilometer umfassende Gebiet ist ein riesiges Meer aus Buchen, Linden und Eschen. Berühmt ist der Białowieża-Wald aber vor allem als Lebensraum für Wisente. Die wuchtigen Wildrinder mit ihrem braunen Fell lassen sich bei Wanderungen mit etwas Glück aus nächster Nähe beobachten.


BisonDer letzte Urwald Europas und seine Einwohner

Las Gąsienicowy: Bergwaldidylle im Seealmtal

Die polnische Hohe Tatra bildet mit ihren aussichtsreichen Berggipfeln, tiefen Tälern und urigen Almen ein abwechslungsreiches Wanderparadies. Unweit des berühmten Wintersportorts Zakopane befindet sich das eiszeitlich geformte Gąsienica-Tal, das wie gesprenkelt scheint von kleinen, glasklaren Gletscherseen. Ziegen und Gämse haben im Tal ihr Revier. Am Himmel ziehen Steinadler ihre Kreise, während Luchse und Wölfe durch die Wälder streunen. Einer dieser Bergwälder ist der urwaldgleiche Las Gąsienicowy mit bis zu 500 Jahre alten Bäumen. Wer hier zwischen hohen Fichten wandern geht, erlebt die Natur in ihrer ursprünglichsten Art.

Rund um Szczyrk: zwischen hohen Tannen und Fichten

Szczyrk ist nach Zakopane der größte Wintersportort in Polen. In Höhenlagen von 450 bis 1.000 Metern liegt er malerisch im Tal des kleinen Flusses Żylica und bildet einen guten Ausgangspunkt für Touren durch das herrliche Wandergebiet der Schlesischen Beskiden. Die Hänge rund um Szczyrk sind teils dicht bewaldet mit Tannen, Fichten und Buchen. Aktive Erholung finden Sie auf verschiedenen ausgewiesenen Wanderwegen, die zu schönen Aussichtsbergen wie dem Klimczok führen. Von hier lohnt ein Abstecher in die Wälder des Naturschutzgebiets Stok Szyndzielni. 


Schlesische Beskiden WandergebietDas Sandergebiet in Schlesischen Beskiden

Park Krajobrazowy Chełmy: auf den Spuren erloschener Vulkane

Das niederschlesische Bober-Katzbach-Gebirge, auch als Góry Kaczawskie bekannt, trägt den verheißungsvollen Beinamen „Land der erloschenen Vulkane“. An feuerspuckende Berge erinnert in der Hügellandschaft vor allem der dicht bewaldete Probsthainer Spitzberg. Rund 20 Kilometer weiter östlich lockt auch der Landschaftspark Chełmy zu einer Waldwanderung mit der ganzen Familie. Ein beliebtes Ziel ist die geologisch interessante, 4,5 Kilometer lange Myśliborski-Schlucht, durch die entlang eines sprudelnden Baches ein markierter Lehrpfad führt.

Bieszczady-Nationalpark: stille Buchenwälder

Im südöstlichsten Zipfel von Polen beeindrucken die Waldkarpaten mit zerklüfteten Bergketten, Grassteppen und wilden Hochalmen. Die Bieszczady, ein dünn besiedelter Teil der Gebirgsregion, gilt als der urwüchsigste Teil des Landes und verströmt einen geradezu melancholischen Zauber. Große Gebiete wurden 1973 in einen Nationalpark umgewandelt und bilden einen Rückzugsort für Bären, Wölfe und Luchse. Die bleiben jedoch zumeist unsichtbar. Wer auf Naturpfaden durch die Tannen- und Buchenwälder der Bieszczady wandert, findet vor allem Ruhe. Im Herbst sind die Pilzsucher unterwegs und füllen ihre Körbchen mit Reizkern, Pfifferlingen und Steinpilzen.


Nationalpark BieszczadyNationalpark Bieszczady 

Im Heiligkreuzgebirge: Lärchen zum Staunen

Wer im Südosten von Polen seine Ferien verbringt, für den sind Ausflüge in den Świętokrzyski Park Narodowy, also den Nationalpark Heiligkreuzgebirge, ein Muss. Seine Tannenhochwälder gelten in Europa als einzigartig. Bemerkenswert ist auch die Waldenklave auf dem Berg Góra Chełmowa, auf dem Sie monumentale Lärchen entdecken. Verschiedene markierte Wanderrouten erschließen das waldreiche, archaisch anmutende Gebiet, etwa zwischen Nowa Słupia und dem Gipfel des Łysa Góra, auf dem das Kloster Święty Krzyż thront.

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